Ein Jahr nach der Umstellung der Grundsteuer

Grundsteuerhebesätze auf Papier

Aber was bedeutet das für Immobilien in Landshut, Freising und Erding?

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Bayern die neue Grundsteuer. Nach dem ersten Jahr mit den neuen Regeln zeigt sich nun, wie sich die Reform konkret auf die laufenden Grundstückskosten in den einzelnen Städten auswirkt. Besonders deutlich werden die Unterschiede bei den von den Kommunen festgelegten Hebesätzen – etwa in Landshut, Freising und Erding.

Im neuen bayerischen Modell spielt bei der Grundsteuer B der aktuelle Marktwert einer Immobilie keine Rolle mehr. Entscheidend sind vor allem die Flächen von Grundstück und Gebäude sowie die Nutzung. Der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde wirkt dann als „Hebel“ auf den vom Finanzamt festgestellten Messbetrag – und sorgt dafür, dass die Steuerbelastung von Ort zu Ort deutlich unterschiedlich sein kann.

Ein Blick in unsere Region zeigt diese Unterschiede sehr deutlich:

  • Stadt Landshut
    Landshut hat die Hebesätze im Zuge der Reform neu festgelegt. Seit 1. Januar 2025 gelten 295 % für die Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) und 483 % für die Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke). Gegenüber den bisherigen Werten wurde die Grundsteuer A leicht gesenkt, die Grundsteuer B spürbar angehoben. Ziel der Stadt ist laut eigener Darstellung, das Gesamtaufkommen in etwa zu halten – einzelne Eigentümer zahlen dadurch aber mehr, andere weniger, je nach Grundstück und Nutzung.
  • Stadt Freising
    Freising hat die Hebesätze bereits zum 1. Januar 2024 angepasst und zum Start der neuen Grundsteuer nochmals nachjustiert. Seit 1. Januar 2025 gelten hier 335 % für die Grundsteuer A und 370 % für die Grundsteuer B. Damit liegt Freising beim Hebesatz der Grundsteuer B deutlich unter Landshut und etwas unter Erding.
  • Stadt Erding
    In Erding sind die Hebesätze in der Haushaltssatzung für 2025 mit jeweils 450 % für Grundsteuer A und Grundsteuer B ausgewiesen. Im Vergleich innerhalb der Region liegt Erding damit beim Hebesatz der Grundsteuer B zwischen Freising (370 %) und Landshut (483 %). Auch hier gilt: Entscheidend für die konkrete Steuerlast ist die Kombination aus Messbetrag und Hebesatz.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer, aber auch für Käufer und Verkäufer ist die neue Grundsteuer damit ein Standortfaktor, der in die laufenden Kosten einer Immobilie einfließt. Gerade beim Vergleich von Objekten in verschiedenen Städten lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Hebesätze, weil sie die jährliche Belastung mitbestimmen.

Wichtig ist dabei: Die Grundsteuer wird von den Städten regelmäßig im Rahmen der Haushaltsplanung überprüft und kann künftig erneut angepasst werden. Die Angaben oben entsprechen dem derzeitigen Stand der veröffentlichten Satzungen und Informationen der Städte.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Maßgeblich sind stets die Bescheide der Finanzverwaltung und die jeweils gültigen Satzungen der Gemeinden. Stand: Dezember 2025.

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